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  • Abbey Road

    Abbey Road

    Das bekannte Scharade-Spiel „Abbey Road“ erfreut sich auch 56 Jahre nach Erscheinen großer Beliebtheit.

    Damals ließen sich vier Künstler in der Mittagspause fotografieren, als sie auf dem Zebrastreifen vor ihrem Studio die Straße von links  nach rechts überquerten. Das veröffentlichte Foto animierte zahllose Anhänger, es ihren Idolen gleich zu tun.

    Bis zum heutigen Tag lassen sie ihrer Fantasie freien Lauf, inszenieren mannigfache Varianten dieses Vorgangs oder versuchen, die berühmte Szene exakt nachzustellen.

    Das Treiben wird täglich ins weltweite Netz übertragen. Von den vielen Merchandising-Artikeln, die zu diesem Spiel produziert wurden, sei besonders der gleichnamige Tonträger erwähnt, der hohe Verkaufszahlen erzielte.

    Danke den Fab Four, 

    Danke Mick, Keith, Ron und Charlie!

  • Völlig unbekannt

    „Bob Dylans Gesang klingt wie eine Ziege, die in eine rostige Blechbüchse pinkelt“, sagt mein Freund Keith. Und der ist eine musikalische Instanz. Er beherrschte bereits in der achten Klasse mehrere Instrumente und hatte eine eigene Band, mit der er nicht das Original von Dylans Blowin’ in the wind sondern die weichgespülte Hollies-Version coverte. Die mit diesem Rosie-Singer-artigem blow-ho-ho-ho-howing in the wind (Nanananaaa) im Refrain.

    Meine Beziehung zu Bob Dylan war jedenfalls für Jahrzehnte geprägt und sein Werk ist an mir vorbeigerauscht. Ich habe einfach weitergeblättert, wenn er auftauschte. Da half auch keine Doku von Wolfgang Niedecken, der mich aus anderen Gründen nicht interessierte. Allenfalls Mr. Tambourine Man konnte ich Dylan noch zuordnen, weil ich mal einen Klampfenkurs an der Volkshochschule belegt hatte.

    Und dann kam Thomas, ein begeisterter Konzertgänger und Dylan-Freund. Er hatte das Glück, den späten Dylan live zu sehen, erwischte jedoch einen Abend, an dem der Meister wenig Bock hatte und das Konzert nach einer Stunde lustlosen Vortrags beendete. Neben einer gewissen Enttäuschung sprach aber auch Verständnis für das divenhafte Verhalten aus seinem Konzertbericht.

    Warum?

    Der Grund für diesen Kredit erschloss sich langsam, als ich kurz darauf den Twodylans lauschte, einem Dylan-Cover-Duo, Vater und Sohn, die einen wunderbaren Querschnitt durch die mehr als 50 Dylan Alben boten. 

    Fünfzig? Fünfzig! Wow! 

    Mein Dylan-Bild begann sich zu drehen und wurde zum Karussell. All along the Watchtower nicht von Hendrix, Mighty Quinn nicht von Manfred Mann, Knockin‘ on Heaven‘s Door nicht von Mike Krüger – das waren nur wenige der Aha-Momente, die ich in der Folge hatte. 

    Als Sahnehäubchen auf meiner Dylan-Experience entpuppte sich dann aber das Biopic mit Timothée Chalamet. Großartig! Angucken!! A Complete Unknown ist jetzt nicht mehr ganz so unbekannt und definitiv mehr als Ziegenurin in der Blechbüchse.

  • Puppenstube

    Puppenstube

    Ein Theaterbesuch

    Puppenstube
    Puppenstube, Foto aus dem Programmheft zum Theaterstück Homeoffice

    Die Bühne ist ein Puppenhaus XXL. Sechs Räume, sieben Puppen. Tsubasa hat sich auf AirBnB im Appartement oben links eingemietet. Kein Tisch, kein Stuhl, nur ein Bett. Bei Joe-San darunter kleben Eierkartons an den Wänden. Muss das Musikzimmer sein. In der Wohnung daneben irrt Tamachan durch ein Chaos aus Umzugskisten. Ein Café gibt es auch. Coworking Atmosphäre. Hajime bestellt sich hier einen Chai Latte während Motojiro nebenan auf einem Hocker in der Einbauküche hockt. Über der Küche mit roten Fronten ein Workoutraum mit Balkon. Kagekiyo kommt von ihrer Joggingrunde zurück. So wie sie auf dem Balkon nach Luft japst, war der Lauf intensiv. 

    Alle haben Notebooks. Alle sind im Homeoffice. Alle reden. Auf Deutsch, in english, 
    日本語. Miteinander, übereinander, durcheinander, gegeneinander. 

    Und gleichzeitig bewegen sie sich. Permanent, asynchron, ungelenk, verrenk, augsburgerpuppenartig, Moonwalk für Boomer, irreal.

    Motojiro erfindet derweil noch Ryuji als Figur, der sich mit Ringlicht und Smartphone in der Szenerie materialisert und fortan mit Hajime durch die Puppenstube mäandert. 

    Versteht ihr mich? Du bist noch auf Mute! Ne, ich hab‘ schlechtes Netz. Der Akku ist bald alle. In welchem Karton steckt der Router? Unscharfes Bild. Irgendwas ist immer abgeschnitten. Autofokus. 

    Tsubasa entledigt sich seiner Hose wie in einem schlechten Witz über Zoom-Konferenzen in der Coronazeit. Seinen Laptop balanciert er auf dem Rückenliegend mit den Füßen. Kagekiyo benetzt die Wände mit Wasserdampf. Joe-San möchte sich von Scheitel bis Sohle im Videofenster sehen. Nur den richtigen Abstand zur Kamera findet er nicht. Auf der Küchentheke schlägt Motojiro einen olympiareifen Purzelbaum. Tamachan sinkt erschöpft auf die Kartons und fixiert mich dabei. Ich schockverliebe mich. 

    In sie, in das Stück, diese gespielte Bedürfnispyramide ohne roten Faden als Kaleidoskop der letzten Jahre. Großer Spaß. Bei Puppen und Betrachtern. Applaus, Applaus, stehend.

    Der Text entstand nach dem Besuch des Theaterstücks Homeoffice von Toshiki Okada, Aufführung im dhaus vom 19.1.25 mit

    •               Sonja Beißwenger: Kagekiyo 

    •               Blanka Winkler: Tamachan 

    •               Kilian Ponert: Tsubasa 

    •               Rainer Philippi: Joe-San 

    •                Thomas Hauser: Motojiro

    •               Belendjwa Peter: Hajime 

    •               Claudius Steffens : Ryuji

    •               Regie: Toshiki Okada

    Foto: Programmheft dhaus

  • Flashback

    Flashback

    Leibwächter
    perfekte Stimmung

    Das Quengelwarenprinzip greift nicht nur bei Kleinkindern, auch Großkinder sollen in Versuchung geführt werden. Der Anblick des schnauzbärtigen Herrn mit Zylinder beschäftigt mich jedenfalls sehr an der Kasse bei SPAR, versetzt er mich doch ca. 50 Jahre zurück und lässt ein Lied in meinen Ohren erklingen:          

    „Leibwächter, feinherber Kräuterlikör,

    Der macht die Stimmung perfekt,

    Denn der Leibwächter, ja der Leibwächter,

    Der schmeckt und schmeckt und schmeckt.“

    Glauben wollte ich das damals schon nicht. Weder das mit dem Geschmack noch das mit der Stimmung. Aber warum belegen dieser Herr und diese Zeilen dann Speicherplatz in meinem Hirn? 

    Kennt den noch jemand außer mir? 
    Im Gegensatz zum Creme 21-Jingle und Hustinettenbärsong finde ich nichts dazu im weltweiten Netz. 

  • Schlaraffia

    Schlaraffia

    Tauben sollten zum Verzehr sehr jung sein und wenig Flugkilometer auf der Brust haben. Ob diese Weisheit aus Großmutters Rezeptbuch1 in diesem Fall befolgt wurde oder das Tier gar gebraten in den Schlund flog, ist allerdings nicht überliefert. Scheint aber geschmeckt zu haben. 

    Taubenreste
    1 https://www.rolfkocht.de/tauben-richtig-zubereiten-auf-grossmutters-einfache-art/
  • Kein täglicher Gruß

    Kein täglicher Gruß

    Genießend ließ ich meinen Blick über die majestätische Bergkette der Hohen Tauern schweifen, als sich unmerklich ein Murmeltier mit flauschigem Fell in mein Sichtfeld schob. Mit seinen wachen Augen fixierte es mich sekundenlang, bevor es lässig seine Vorderpfote zum Gruß hob und blitzschnell in seinem Bau verschwand.

  • Schnitzkunst

    Schnitzkunst

    Inmitten der majestätischen Landschaft des Lungau im Salzburger Land entfaltet sich die einmalige Schönheit traditioneller Schnitzkunst aus heimischem Material. Die kunstvoll gearbeiteten Figuren spiegeln die Verbundenheit zur Natur wider und erzählen Geschichten von Berg und Tal. Jede Schnitzerei ist in ihrer Form- und Farbgebung Zeugnis großer handwerklicher Präzision und der harmonischen Beziehung zwischen Mensch und Umgebung. 

    Mensch und Natur
  • BirdGPT

    BirdGPT

    Wusch … Mit großer Geschwindigkeit saust etwas auf der Terrasse an mir vorbei und verschwindet im Gebüsch. Als das Etwas kurze Zeit später wieder wegfliegt, schaue ich vorsichtig nach, was da im Busch ist und entdecke ein Nest. Zwei Eier, kaum größer als diese Zuckerdinger, die es immer zu Ostern gibt. Ich ziehe mich zurück und kurze Zeit später kommt der Vogel wieder. Ein Zaunkönig, verrät mir das Vogelbestimmungsbuch. Fortan mache ich einen Bogen um das Nest, um den Kleinen nicht zu stören.

    Die Elster ist da weniger rücksichtsvoll und schlägt Krawall. Ich kann sie gerade noch verscheuchen, ehe sie sich über das Nest hermacht. Eingeschüchtert traut sich der Zaunkönig wieder heim und ich überlege, was ich tun kann, die Elster fernzuhalten ohne den Zaunkönig zu verschrecken. Wenn meine Intelligenz nicht ausreicht, ergänze ich sie durch künstliche. Die rät mir, greifende Raubvögel wie Falken anzusiedeln, dann würden sich die Elstern fernhalten.

    Morgen um 10:00 Uhr öffnet das Zoo-Geschäft.

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    Slow-Stream

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    • alle 3 Stunden eines

    Ein urlaubsbegleitender WhatsApp-Status jetzt als Slow-Stream.