Gedanken Karussel

   

Kurz vor dem Einschlafen da flittern einem die Gedanken nur so durchs Hirn. Als ob die nichts anders zu tun hätten. Vollkommen frei, ohne Grund scheinen sie  zu flittern. Wirkungen ohne Ursache. Zufall in seiner elementarsten Form. Dann entstehen  Brownsche Brücken, Wiener-Prozesse und Einstein-Podolsky-Rosen Paradoxen. Diese veranlassen schließlich den hirneigenen Hypothalamus an morphische Felder und an die Wirkung von Biophotonen zu glauben. Daraufhin gibt die logisch begabte linke Hirnhälfte auf und geht schlafen. Sie zeigt aber zuvor noch obligatorisch, wie an jedem Abend, der rechten Hirnhälfte einen recht beeindruckenden metaphorischen Stinkefinger. Ein von Muskeln beflügeltes fliegendes Ehren-Ei schaut vorbei und erteilt der linken Hirnhälfte den Segen zum Einschlafen. Daraufhin  besteigt die rechte Hirnhälfte den, ihr nun rechtmäßig zustehenden, Thron.

Als erste Amtshandlung tobt sie sich aus und  macht sich über all das vergebliche Grübeln der linken Hirnhälfte lustig.

Dann spielt sie das Spiel das sie am besten kann. Assoziationen. … und sie hat Spaß dabei.


Am nächsten Morgen erwacht die linke Hirnhälfte als erste und vergisst recht schnell, was die rechte über Nacht so gedacht hat.

… und dann grübelt sie.

Anmerkung des Autors:  Der linken Hirnhälfte alle Logik und der rechten allen Unsinn anzulasten wäre nach heutigem Wissensstand wohl doch zu gewagt. Wo das logische Denken und wo das assoziative Denken in unserm Hirn steckt ist, meines Wissens, noch nicht eindeutig geklärt. Also, wenn ihr mich fragt,  ich glaube an die Freiheit eines jeden einzelnen Neurons. Jedes darf ticken wie es will.
Das was wir denken ist,  mehr oder weniger, eine Art neuronale Mehrheitsentscheidung.

Mehrheitsentscheidungen haben aber  Nachteile. Unser Hirn wird dadurch zum Wellenreiter. Einige,  für unsere Lebensgestaltung vielleicht wichtige Neuronen,  kommen tagsüber nie zu Wort, weil sie von einer großen Anzahl frühkindlich konditionierter Neuronen einfach immer wieder überstimmt werden.

Den neuronalen Minderheiten  gehört die Nacht, gehört der Schlaf, gehört der Traum.

„Und siehst du nicht den hübschen Weg der sich durchs Farnkraut stiehlt? Das ist
der Weg ins Elfenland. Hier triffst du mich heut‘ Nacht!“ (Thomas der Reimer)

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