{"id":144,"date":"2012-02-04T12:47:33","date_gmt":"2012-02-04T12:47:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.WundernTuete.de\/?p=144"},"modified":"2012-03-25T14:11:09","modified_gmt":"2012-03-25T14:11:09","slug":"petri-heil-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.WundernTuete.de\/petri-heil-iv\/","title":{"rendered":"Petri Heil (IV)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-145 alignleft\" title=\"Neunauge\" src=\"https:\/\/www.WundernTuete.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/HBPrnoik_150x119.jpg\" alt=\"Neunauge\" width=\"150\" height=\"120\" \/><\/p>\n<p><strong>\u00b0.&gt;((((\u00ba&gt;.\u00b0\u00b4\u00af`\u00b0.\u00b8 {\u00ba))))&gt;{ \u00b8.\u00b0\u00b4 <\/strong><strong>\u00af`\u00b0.\u00b8`\u00b0.\u00b8 &gt;((((\u00ba&gt;<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong><br \/>\n<strong>Im 4. Teil gibt es einen Einblick ins beamtische Innere der Unteren Fischereibeh\u00f6rde und in Peter Heils Lernweise<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<!--more-->Der Anmeldebogen zur Zulassung f\u00fcr die Fischerpr\u00fcfung hatte den Charme der 70er Jahre \u2013 Ankreuzk\u00e4stchen und Linien waren zwar mit dem Lineal gezogen, doch die Handarbeit war unverkennbar. Genauso wie die vorgedruckte 19 an der Jahrhunderstelle des Datums. Immerhin: Die Postleitzahl war schon f\u00fcnfstellig. Jedenfalls passte es zu dem Eindruck, den die qu\u00e4lenden Abende des Angelkurses bei Gew\u00e4sserwart Knurrhahn bei Peter hinterlassen hatten.<\/p>\n<p>Antiquiert oder nicht &#8211; geschwind ausgef\u00fcllt und abgeschickt, 30\u20ac Anmeldegeb\u00fchr \u00fcberwiesen und kaum 5 Tage sp\u00e4ter hatte er schon die Antragseingangsbest\u00e4tigung zum Antrag auf Zulassung zur Fischerpr\u00fcfung von der Unteren Fischereibeh\u00f6rde, jenem Amt, dass er schon durch die fischereirechtlichen Fragen der Verordnung \u00fcber die Fischerpr\u00fcfung sch\u00e4tzen gelernt hatte, im Kasten.<\/p>\n<p>Das Schreiben zog ihm die Socken aus. Waren die handgedrechselten Restbest\u00e4nde des Antragsformulars noch aus dem vergangenen Jahrhundert, so hat sich hier offensichtlich ein elektronisches Schreibger\u00e4t samt Textprogramm in die Schreibstube der Unteren Fischereibeh\u00f6rde verirrt. Und alles, was das Teil an Formatierung zu bieten hatte, wurde gnadenlos in diesem Schreiben zur Anwendung gebracht.<\/p>\n<p>3 Schriftarten, Fettdruck, Kursivdruck, unterstrichen, fettkursiv, fettunterstrichen, unterstrichenkursiv, kursivfettunterstrichen, jeweils kombiniert in den Gr\u00f6\u00dfen 8pt bis 12pt erzeugten ein beeindruckendes Bild vor seinen Augen. Es schien, dass die zust\u00e4ndige Sachbearbeitung auf Amtsstube 4711 alle 105 Kombinationsm\u00f6glichkeiten ausgereizt hatte. Die Buchstaben tanzten vor Peters Augen wie die Fischlein im Wasser. Da sage noch einer, Beamte seien nicht kreativ.<\/p>\n<p>Vor lauter Freude \u00fcbersah Peter fast den eigentlichen Inhalt des Schreibens. Denn neben der Best\u00e4tigung des Eingangs seines Antrags enthielt das Schreiben noch den Hinweis auf drei m\u00f6gliche Fehlverhaltensweisen. \u201eZutreffendes bitte HANDschriftlich ankreuzen\u201c, muss in der Dienstanweisung stehen, anders ist der Medienbruch nicht zu erkl\u00e4ren. Peters Schreiben wies gl\u00fccklicherweise nur ein Kreuzchen auf, das besagte, dass vor der endg\u00fcltigen Zulassung zur Fischerpr\u00fcfung die Vorlage seines g\u00fcltigen Kinderausweises unabdingbar sei.<\/p>\n<p>KINDERausweis? Der war seit 30 Jahren abgelaufen.<\/p>\n<p>Das Missverst\u00e4ndnis kl\u00e4rte sich schnell auf, als Peter bei der unterzeichnenden Angela Fischermanns-Freund anrief. \u201eOh, da hab\u2019 ich wohl die falsche Datei erwischt, sollte nat\u00fcrlich Personalausweis hei\u00dfen\u201c, quiekte eine freundliche Stimme ins Telefon. \u201eDas ist aber auch so kompliziert mit diesen modernen Ger\u00e4ten. Am besten, Sie faxen mir gleich eine Kopie r\u00fcber!\u201c<\/p>\n<p>\u201eHm, ich habe kein Fax. Nur einen Scanner. Kann ich Ihnen das auch per E-Mail schicken?\u201c<\/p>\n<p>Frau Fischermanns-Freund war hochgradig entz\u00fcckt, hatte sie doch erst seit letzter Woche einen E-Mail-Anschluss und war nun ganz neugierig auf den ersten Elektrokontakt zur Au\u00dfenwelt. Peter machte ihr die Freude, was sie prompt 2 Minuten sp\u00e4ter mit einem \u00fcberschw\u00e4nglichen Dankesanruf zum Ausdruck brachte.<\/p>\n<p>\u201eSo kann man auch mit kleinen Sachen\u2026.\u201c, dachte sich Peter, nach dem er die Formalien erledigt hatte. Und jetzt musste gelernt werden.<\/p>\n<p>Die 44 in NRW beheimateten Fischarten gingen Peter am leichtesten von der Hand. Und das, obwohl er vorher nur<\/p>\n<p>* Karpfen<br \/>\n* Hecht<br \/>\n* Forelle<br \/>\n* Lachs und<br \/>\n* Fischst\u00e4bchen<\/p>\n<p>kannte. Nun lernte er eine ganz neue Welt kennen. Die meisten Fische trieben ihm ein Grinsen ins Gesicht:<\/p>\n<p>Rapfen, Schlammpeitzger, Nase.<\/p>\n<p>Letzterer sagte ihm allenfalls als Riechorgan was.<\/p>\n<p>G\u00fcster, Elritze, D\u00f6bel.<\/p>\n<p>Wie D\u00fcbel. Der Assoziationen gab es viele.<\/p>\n<p>Bitterling, Giebel, Ukelei.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass ihm die Angler komisch vorkamen, bei den Namen, die sie ihren Beutetieren gaben.<\/p>\n<p>Besonders gut konnte er sich die Schmerle merken. \u201eWundersch\u00f6n, geh\u00f6rt in jedes Gew\u00e4sser\u201c, hatte Knurrhahn w\u00e4hrend des Kurses immer wieder gesagt. \u00dcber den Sch\u00f6nheitsbegriff kann man bekanntlich streiten.<\/p>\n<p>Sein Favorit war jedoch das Moderlieschen. Erinnerte es ihn doch an Lieschen-M\u00fcller von neben an, die auf dem Grund des Flusses vor sich hin modert.<\/p>\n<p>Egal.<\/p>\n<p>Dieser Teil der Pr\u00fcfung d\u00fcrfte keine Probleme bereiten.<\/p>\n<p>Mehr M\u00fche machten da schon die Theoriefragen. Wie mit einem krankheitsverd\u00e4chtigen toten Fisch umgehen? Nicht beachten? Finger weg, da Ansteckungsgefahr? Nein: Der Anglerheroe schnappt ihn sich nat\u00fcrlich und tr\u00e4gt ihn gut gek\u00fchlt zur n\u00e4chsten Untersuchungsstelle. Damit war auch schon ein Grundprinzip der meisten Fragen ausgemacht. Die Antwort mit dem gr\u00f6\u00dften \u00d6ko-Touch ist immer die richtige. Da sollen sich die Gr\u00fcnen aber noch mal beschweren. Und die restlichen Fragen, wieviele Eier das Hechtweibchen pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht in sich tr\u00e4gt, paukt man auswendig.<\/p>\n<p>Genau wie die 10 Angelruten, die zum kr\u00f6nenden Abschluss der Pr\u00fcfung abgefragt werden sollten. Peter lernte diese quasi im Vorbeigehen mit. T\u00e4glich auf sein Schema mit den 10 Spalten geschaut: No 6 Barschrute, L\u00e4nge bis 2,10m, 5-6kg Tragkraft auf der Schnur, mittlere Rolle, Blinker als K\u00f6der und so weiter und so fort. Das war ein Kinderspiel.<\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung konnte kommen.<\/p>\n<p><em>wird fortgesetzt in:<\/em><\/p>\n<p><a title=\"Petri Heil (V)\" href=\"https:\/\/www.WundernTuete.de\/?p=157\">Petri Heil (V)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>was bisher geschah:<\/em><\/p>\n<p><a title=\"Petri Heil (II)\" href=\"https:\/\/www.WundernTuete.de\/?p=110\">Petri Heil (III)<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Petri Heil (II)\" href=\"https:\/\/www.WundernTuete.de\/?p=99\">Petri Heil (II)<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Petri Heil (I)\" href=\"http:\/\/www.wunderntuete.de\/?p=8\">Petri Heil (I)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00b0.&gt;((((\u00ba&gt;.\u00b0\u00b4\u00af`\u00b0.\u00b8 {\u00ba))))&gt;{ \u00b8.\u00b0\u00b4 \u00af`\u00b0.\u00b8`\u00b0.\u00b8 &gt;((((\u00ba&gt; Im 4. 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