Batman interruptus

      

Es war der vorletzte Freitag im August, als wir spontan auf das Angebot im hiesigen Park ansprangen, einer Freiluftaufführung des aktuellen Batman-Films beizuwohnen. Die Kulisse war wie gemalt. Die Leinwand, mitten im Ententümpel platziert, zeichnete ein weißes Rechteck vor dem dahinterliegenden, schwarz schweigend stehendem Wäldchen, aus dem -scheinbar perfekt inszeniert- Fledermäuse auf die Jagd nach den letzten Mücken des Tages gingen. Leider türmten sich auch schwarze Wolken vor dem bizarren Blau des Abendhimmels auf. Der Veranstalter zitierte vor dem Start den Wetterbericht, der zeitgleich zum Beginn des Films kräftigen Regen verhieß, ließ die Rolle aber doch abspulen. Schließlich war es noch trocken und Wetterberichte können irren. Also Film ab!

Das Böse wird wieder aktiv, in Gotham. Der Fiesling sieht aus wie Hannibal Lecter, der sich in der Muckibude aufgepimpt hat. Nur leider hat sich Batman auf’s Altenteil zurückgezogen und badet in Selbstmitleid, anstatt seinen Mitbewohnern zu helfen. Da muss schon Catwoman kommen und ihn ein wenig an der Ehre packen. Es dauert immerhin 30 Minuten bis die olle Fledermaus wieder auf dem besten Weg ist, ganz die alte zu werden. Das neue Batmobil ist aber auch zu scharf. Von der Katzenfrau ganz zu schweigen.

Doch kaum ist der Kampf aufgenommen, geht auch schon die erste Filmrolle zu Ende. Diese kleinen, sympathischen open-air-Kinos haben immer eine Pause zum Rollenwechsel. Das ermöglicht die Aufnahme frischer Getränke und klebrigen Popcorns.

Das ist gut.

Leider haben die eingangs erwähnten Wolken mittlerweile so viel Feuchtigkeit gesammelt, dass sie diese pünktlich zur zweiten Halbzeit wieder abgeben wollten.

Das ist schlecht.

Zumindest für die, die keinen Platz mehr unterm Sonnenschirm gefunden haben.

Dieser heißt nicht von ungefähr Sonnenschirm, sammelt er doch die herabfallenden Tropfen und verteilt sie durch sein nicht imprägniertes Segeltuch als feinen Sprühregen auf die darunter stehenden Fledermausfans. Die bekommen das aber kaum mit, zittern sie doch mit ihrem Helden, der ein leichtes Formtief zu haben scheint und vom Bösewicht KO geschlagen wird.

Genau wie die Boxen der Filmanlage durch den stärker werdenden Platzregen.

Die Vorstellung wurde abgebrochen. Kurz vor dem Höhepunkt. Unfassbar. Unbefriedigender kann ein Kinoabend nicht enden.

Und nu? Wer kennt das Ende der Geschichte? Und kann es hier preis geben?

Hilfe!

2 Gedanken zu “Batman interruptus

  1. Ein schön erzähltes kinematisch, überaus frustrierendes Erlebnis.
    Grauenvoll! So als hätte einer die letzten Seiten im fieberhaft gelesenen Krimi raus gerissen.

    Also, wie der Film ausgegangen ist willst du wissen. Kann ich dir sagen: Die Guten haben gewonnen. Jawoll! Das war jedenfalls bislang mehr oder weniger immer so. Vielleicht haben sie aber auch den Plot geändert und die muskelbepackte Fledermaus ist am Ende gestorben.

    Lässig, zu lässig, wie sich später herausstellen sollte und vor allem zu langsam, überquerte Batman auf einem Zebrastreifen die Straße. Ein Obdachloser schrie noch: „Hey Mann pass auf!“ Doch da war es schon zu spät.

    LieGrü vom Hutmacher

  2. Ach wie schade, bleibt jedoch die Spannung auf Teil II im Trockenen oder bei sicherer Wetterprognose. Obwohl sie in deinem Fall auch sicher war. Sagt nicht, der Veranstalter hätte euch nicht gewarnt!
    Habe ich gern gelesen schmunzelt
    Idy. D.

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